Corona und das normale Leben

Corona bestimmt derzeit alle Nachrichten. Seit kurzem gelten Ausgangsbeschränkungen und Kontaktverbote. Die Menschen müssen größtenteils zu Hause bleiben und sollen sich nicht treffen, um das Virus nicht weiterzuverbreiten. Nur noch notwendige Kontakte sind erlaubt.

Ohne den Ernst der Lage herunterzuspielen, finden viele Leute auch gute Seiten an der Situation. Man hat mehr Zeit für seine Familie nach dem Motto: “Oh, es wohnen ja noch mehr Leute mit mir in einer Wohnung, wo kommen die denn her?!” Freunde und Verwandte, von denen man lange nichts mehr gehört hat, rufen an und erzählen, wie es ihnen in diesen Zeiten geht und nach manchem Telefongespräch fühlen sich viele Menschen gar nicht mehr einsam. Die, die sich dazu aufraffen können, führen den größten Großputz ihres Lebens durch. Staubmäuse sind nicht einmal mehr in den entlegensten Ecken der Wohnung sicher vor Staubsauger und Putzlappen. Männer müssen ständig den Sitzplatz wechseln, weil ihre Frauen sie alle paar Minuten weiterscheuchen, um jetzt den Sessel abzusaugen und mit Polsterschaum einzusprühen, in den sich der zeitungslesende Gatte gerade niedergelassen hatte. Es häufen sich Berichte von Hausfrauen, die ihren Männern Rüschenschürzen umbinden und sie mit Besen und Kehrgarnitur in den Keller zum Saubermachen verbannen.

Bei Sportmuffeln entfällt die Ausrede “keine Zeit, ich hab zu viel zu tun”, und sie freuen sich, wenn die viel zu hohen Blutdruckwerte nach dem Joggen plötzlich im Normalbereich sind. Eltern können mit ihren Kindern ganz entspannt mehr Zeit als früher verbringen und das Lesen mit Kindern erfährt eine Renaissance, die allen Pädagogen die Freudentränen in die Augen treibt. Vor allem Märchenbücher wie “Hosibald und das Zauberschwert” werden immer wieder gelesen und bei jedem Durchblättern entdecken die Kleinen eine neues Detail. “Oh, da ist ja ein Eichhörnchen.” “Und das Pferd kaut auf einem Strohhalm.”

Hosibald würde in der Coronakrise genauso mutig und besonnen handeln wie im Buch, als er und seine Freunde gemeinsam den bösen Ritter Kunibert besiegten und die Prinzessin Edeltraud und ihre Amme Elfriede befreiten. Bestimmt würde er alle aufrufen, keine Furcht zu haben und zusammenzuhalten. Selbst Eduard, der anfangs Angst hatte, sagt in der Geschichte zum Zwerg Ringel: “Wir schaffen das bestimmt!” Und Hosibald erklärt nach der Befreiung von Edeltraud und Elfriede, nachdem alle Gefahren überstanden und die Gegner besiegt sind: “Ich konnte Euch nur befreien, weil mir meine Freunde dabei geholfen haben.”

Seien wir wie Hosibald: Mutig, stark und selbstbewusst. Und halten wir zusammen wie unsere Freund im Buch.

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