Manfred

Schon als Kind wollte ich ein Buch schreiben

Wie es bereits in der Überschrift, wollte ich schon als Kind mit etwa zehn Jahren ein Buch schreiben. Damals hat es mir viel Spaß gemacht, mir in Aufsätzen irgendwelche Geschichten auszudenken. An einen Aufsatz in der dritten Klasse kann ich mich noch sehr gut erinnern. Darin sollten wir einen Traum im wahrsten Sinne des Wortes “aufschreiben”. Ich weiß nicht mehr, ob ich die Geschichte wirklich geträumt oder doch einfach erfunden hatte, weil mir kein Traum einfiel. In meiner Geschichte ging es, kurz erzählt, darum, dass ich mit einer Rakete auf den Mond geflogen bin. In der dritten Klasse war ich 1973, also vier Jahre nach der tatsächlichen ersten Mondlandung durch die Amerikaner im Jahr 1969. Obwohl ich damals erst fünf Jahre alt war, ist mir dieses Ereignis bis heute in Erinnerung geblieben. Ich weiß noch ganz genau, wie meine Mutter meine Zwillingsschwester und mich rief, wir sollten doch schnell ins Wohnzimmer kommen, weil im Schwarz-Weiß-Fernseher gerade die Mondlandung zu sehen war. Mit großen Augen verfolgten wir mit, wie ein Mann in einem weißen Monteursanzug und mit einer Glaskugel auf dem Kopf mit komisch langsamen Bewegungen auf einer löchrigen Landschaft umher lief. “Schaut mal Kinder, da sind gerade Menschen auf dem Mond gelandet,” erklärte uns meine Mutter, selbst ganz ergriffen und erfreut. Dieses Erlebnis hat mich anscheinend so beeindruckt, dass ich vier Jahre später in meiner Fantasie selbst auf den Mond geflogen bin. Im Aufsatz bin ich einem Mondmännchen begegnet. Es hatte sehr große Füße, Hände und Ohren, mit denen es ausgesprochen gut hören konnte. Irgendwie sah es aus, wie eine aufrecht gehende Maus. Das Auffälligste aber war seine lange Nase. Da es ein freundliches Mondmännchen war, wollte es mir die Hand geben. Es ging aber nicht, weil seine Nase 1,5 Meter lang war, seine dünnen Arme aber nur 1 Meter. An dieser Stelle kann ich mich nicht genau erinnern, aber ich könnte mir vorstellen, dass ich zur Begrüßung seine lange Nase geschüttelt habe. Anschließend haben wir uns noch Einiges voneinander erzählt und es war eine sehr lustige Unterhaltung. Danach bin ich wieder in meine Rakete gestiegen und auf die Erde zurückgeflogen. Meiner Lehrerin hat die Geschichte so gut gefallen, dass sie darüber mit meiner Mutter gesprochen hat. Die beiden haben sich sehr amüsiert und meine Mutter hat bei Familienfeiern oder anderen passenden Gelegenheiten noch Jahre später davon erzählt.

Oh, jetzt bin ich ganz in meinem Aufsatz versunken. Eigentlich wollte ich ja erzählen, dass ich schon als Zehnjähriger ein Buch schreiben wollte. Damals las ich viele Bücher von Enid Blyton, z. B. “Die Arnoldkinder” und die “Fünf-Freunde”-Reihe. Darum begann ich, unter der Ermutigung meiner Mutter, meine Ideen aufzuschreiben. Es sollten auch Abenteuergeschichten von Kindern und Jugendlichen werden. Allerdings kam ich nach ein paar Seiten nicht mehr weiter. Es fiel mir einfach nichts mehr ein. (Wie viele andere Autoren vor mir hatte ich wohl meine erste Schreibblockade.) So verlor ich leider bald die Lust daran und ging mit meinen Freunden spielen. Buch schreiben war zu anstrengend.

Trotzdem habe ich über die ganze Schulzeit sehr gerne Aufsätze geschrieben.

Und dann hat es doch noch mit einem Kinderbuch geklappt!