Wie es zum Hosibald-Buch kam

Als ich ca. 17 Jahre alt war, begannen wir im Trachtenverein für die Weihnachtsfeier ein kurzes Theaterstück einzustudieren. Weil dies beim Publikum prima ankam, spielten wir jedes Jahr einen Einakter. Es stellte sich aber als schwierig heraus, ständig ein passendes Stück zu finden. So begann ich, selbst Theaterstücke zu schreiben. Ein Stück sollte ein Theater im Theater sein. Die Vorstandschaft eines Vereins wollte an der Weihnachtsfeier für die Vereinsmitglieder ein Märchen aufführen. Dazu überlegte ich mir, welche Figuren in alten Märchen vorkommen. Ein Prinz, eine Hexe, eine Fee, ein Drache usw. So entstand das Theaterstück “Eine märchenhafte Vereinsfeier”. Eigentlich ist es schon ein kurzer Dreiakter. Im ersten Akt werden die Rollen verteilt und schon dabei gibt es viele lustige Szenen. Menschliche Eitelkeiten treten zutage, wenn z. B. alle Frauen die schöne Prinzessin, die im Stück sogar küssen darf, aber keine die böse Hexe spielen will. Danach im zweiten Akt findet eine Probe statt, bei der viel schief geht und die Schauspieler den Regisseur beinahe zur Weißglut treiben. Bei der Premierenaufführung im dritten Akt kommt dann alles anders als geplant. Das Stück haben wir 14 mal aufgeführt, es ist das lustigste Theater, das ich geschrieben habe und wir Schauspieler schauen es uns immer noch gerne auf DVD an.

Ein paar Jahre später, als mein Sohn im Kindergarten war, habe ich das Stück für Kinder umgeschrieben und mit den Vorschulkindern einstudiert und aufgeführt. Die Kinder lernten ihre Texte schnell und spielten voller Eifer und mit viel Begeisterung. Am Ende der Vorstellungen wurden die kleinen Schauspielerinnen und Schauspieler vorgestellt und sie verneigten sich vor dem Publikum. Mir fiel auf, dass dieses Theater spielen und vorgestellt werden den Kindern viel Selbstvertrauen gibt.

Dann kam die Idee, ein Buch daraus zu machen. Zuerst machte ich mich im Internet schlau, welche Formate es gibt, überlegte mir, auf welcher Seite welches Bild und welcher Text erscheinen sollte und skizzierte und schrieb alles per Hand auf einen karierten Block. Ich fragte meine Zwillingsschwester Evi, von der ich wußte, wie liebevoll sie Bilder für Kinder malen kann, ob sie die Illustration übernehmen würde. Sie sagte zu und erklärte mir, dass sie dies zusammen mit ihrer Tochter Meli, die ebenso gerne und gut malt wie ihre Mutter, bewerkstelligen möchte. Eine Freundin von mir, die beruflich mit EDV zu tun hat, übernahm das Einscannen der Bilder und des Textes und schon konnte ich das Buch beim Verlag zum Drucken von 1000 Exemplaren einreichen. Zum Glück bekam ich vorab eine Druckfahne. Auf dieser Druckprobe kamen die Farben ganz anders heraus, als sie im Original waren. Darum musste der Verlag alles noch einmal auf andere Weise konfigurieren und dann waren die Farben so, wie sie sein sollten. Zwei Jahre später ging der Verlag in Insolvenz, (zum Glück nicht wegen meinem Buch), und ich musste mir einen neuen Verlag suchen. Im Internet tummeln sich viele unseriöse Zuschussverlage, aber zum Glück fand ich den Verlag editionblaes. Nach einem Telefonat mit Frau Blaes, bei dem wir uns sehr gut verstanden, schickte ich ihr ein Buch von der ersten Auflage zu. Frau Blaes sagte mir zu, dass sie das Buch noch schöner gestalten würde, und wir verabredeten eine Zusammenarbeit.


Das Hosibald-Buch in neuem Gewand

Was soll ich sagen? Frau Blaes hat nicht zu viel versprochen. Das neue Buch ist jetzt in vielen Details noch schöner als das erste. Was und warum Renate Blaes geändert hat, hat sie in einem Blogbeitrag beschrieben.

Meine Befürchtungen, ob die Farben passen würden, zerstreute sie komplett. “Ich arbeite mit einer sehr guten Druckerei zusammen. Der Drucker an der Maschine hält die Vorlage in der Hand und mischt so lange, bis die Farben passen.” Als die zwei Paletten mit 2000 Exemplaren kamen, öffnete ich sofort ein Paket und… Die Farben passen genau. Sie sind sogar noch wärmer und intensiver als beim ersten Druck.

Tja, gute Verlegerin, gutes Buch!